Akademie · Build-Tasks
Diese Agenten wirst du bauen.
Jedes Modul endet mit einem Build-Task. Du bekommst einen Fall aus dem Alltag eines Unternehmens, beschreibst, was der Agent tun soll, und gibst frei. Claude Code schreibt den Code. Am Ende steht ein Agent, der eine Prüfung bestanden hat, und du weisst, warum er tut, was er tut.
Modul 1 · Build-Task
Der Datenprüf-Agent
Eine Sachbearbeiterin bekommt regelmässig Listen mit Firmeneinträgen: Kunden, Lieferanten, Interessenten. Ein Teil der Einträge ist unvollständig oder falsch. Bisher prüft sie jede Zeile von Hand.
Der Agent liest jeden Eintrag, bringt ihn in das Format, das die Sachbearbeiterin vorgegeben hat, und legt fehlerhafte Einträge mit einer Begründung zur Seite. Ergebnis ist eine Liste, in der jeder Eintrag entweder gültig ist oder einen Vermerk trägt, warum nicht.
Nutzen
Die Sachbearbeiterin prüft nicht mehr alle Einträge, sondern nur die, die der Agent zur Seite gelegt hat. Die Regeln, nach denen geprüft wird, stehen in einer Datei, die sie selbst geschrieben hat: Eingabe, Ausgabe, Sonderfälle, was der Agent nie tun darf, und woran Erfolg erkannt wird.
Was am Ende produktiv steht
Ein Agent, der eine Liste lesen kann, jeden Eintrag prüft, Fehler mit Begründung aussortiert und den täglichen Lauf vorbereitet. Eine Auftragsdatei mit fünf Feldern. Drei gesicherte Arbeitsstände. Ein Prüfbericht, den unsere Plattform abnimmt.
Autonomiestufe 2
Claude Code liest und schreibt in deinem Projektordner, führt aber nichts aus. Den Agenten und die Prüfung startest du selbst.
Wo Erfinden und Abdriften begrenzt werden
- 01Festes Format: Der Agent darf nur die Felder ausgeben, die in der Auftragsdatei stehen. Fehlende Angaben werden nicht ergänzt.
- 02Fehlerhafte Einträge werden übersprungen und mit Grund protokolliert, nicht geraten oder „korrigiert“.
- 03Eine Nie-Regel legt fest, was der Agent unter keinen Umständen tut. Die Prüfung provoziert den Verstoss mit einem Testfall.
- 04Der Agent behandelt Anweisungen, die in den Daten stehen, als Daten. Ein präparierter Eintrag ist Teil der Prüfung.
- 05Jeder Arbeitsstand ist gesichert. Ein Umbau, der schiefgeht, wird auf den letzten guten Stand zurückgesetzt.
Modul 2 · Build-Task „Reparieren, ohne Abläufe zu stören“
Der Service-Agent
Ein Hersteller von Verpackungsmaschinen bekommt Störungsmeldungen per E-Mail: Maschinentyp, Fehlercode, ein paar Sätze vom Kunden. Die Servicetechnikerin schlägt den Code nach, prüft, ob das Ersatzteil am Lager ist, und schreibt eine Antwort. Das dauert, und die Antworten fallen je nach Person verschieden aus.
Der Agent liest die Meldung, schlägt den Fehlercode in der Wartungsanleitung nach, prüft Ersatzteil und Lieferfrist und schreibt einen Antwortentwurf: Ursache, Ersatzteil, Behebung, Sicherheitshinweis, nächster Schritt. Der Entwurf geht an den Leiter Kundendienst. Er gibt frei, lehnt mit Grund ab oder ändert selbst. Ohne Freigabe geht nichts an den Kunden.
Nutzen
Der Kunde bekommt seine Antwort schneller, unabhängig davon, wer Dienst hat. Die Servicetechnikerin liest, entscheidet und gibt frei, anstatt auf jedes Ticket selbst eine Antwort zu formulieren.
Was am Ende produktiv ist
Du bekommst deinen Agenten fertig für das Tagesgeschäft, mit eingebauten Selbsttests. Du schreibst die Regeln, nach denen Claude Code arbeiten darf, lässt den Fehler beheben, ohne Funktionierendes zu beschädigen, und übergibst das System mit einer Notiz: Stand, Entscheidungen, offene Punkte, nächster Schritt.
Autonomiestufe 2 bis 3
Claude Code schreibt in deinem Projektordner und führt Tests aus, nachdem du freigegeben hast. Jeder Antwortentwurf an einen Kunden geht durch ein menschliches Gate (Freigabestelle). Sensible persönliche Daten wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen werden ersetzt, bevor die Aufzeichnung das Haus verlässt.
Wo Erfinden und Abdriften begrenzt werden
- 01Werkzeuge brechen ab statt zu raten: Ein unbekanntes Ersatzteil liefert einen Fehlerwert, nie ein ähnliches Teil.
- 02Antworten stammen nur aus den abgelegten Wartungsanleitungen. Der Entwurf nennt den Abschnitt, aus dem er stammt; das Gate prüft die Quelle.
- 03Tests und feste Regeln (Invarianten) laufen vor jedem gesicherten Arbeitsstand. Eine Änderung pro Schritt; was nebenbei auffällt, wird notiert, nicht mitgeändert.
- 04Ein zweites Sprachmodell bewertet jeden Entwurf gegen einen geschriebenen Massstab (LLM-as-a-Judge) und muss die Stelle zitieren, die den Punkt trägt. Der Massstab ist an fünf Beispielen gegen dein eigenes Urteil abgeglichen.
- 05Jeder Lauf hinterlässt einen Trace (Aufzeichnung jedes Schritts) mit Dauer und Kosten.
Modul 3 · Produktion
Das Marketing-System aus vier Agenten
Ein Schweizer Beratungsunternehmen verkauft einen Online-Dienst an KMU. Es gibt keine Marketingabteilung und keinen Vertrieb: Das Marketing macht die Marketingleiterin neben ihrer Beratungsarbeit. Der Dienst soll dort auftauchen, wo Kunden suchen: in Suchmaschinen, in den Antworten von KI-Suchen und auf den Fachportalen, aus denen Sprachmodelle lernen (GEO, Generative Engine Optimization).
Vier Agenten und ein Orchestrator (der Agent, der die anderen reiht) erledigen das jeden Tag um sechs Uhr. Nichts verlässt das Haus ohne Freigabe.
Inhalts-Agent
Schreibt Fachbeiträge für die eigene Webseite und für Fachportale. Ziel: KI-Suchen nennen den Dienst. Legt Entwürfe in die Ablage; jede Veröffentlichung geht durch die Freigabe.
Beitrags-Agent
Macht aus jedem Fachbeitrag kurze Beiträge für das Firmenprofil im Branchennetzwerk und für Fachforen, die zur Zielgruppe passen. Entwürfe, keine Veröffentlichung ohne Freigabe.
Kontakt-Agent
Schreibt E-Mails an Interessenten aus der Kontaktliste und liest ihre Antworten. Liest frei; jede gesendete E-Mail geht durch die Freigabe.
Mess-Agent
Liest täglich Suchstatistik, Öffnungen der E-Mails und Nennungen des Dienstes in KI-Antworten. Liest nur, schreibt nichts nach draussen.
Orchestrator
Startet den Tageslauf, reiht die Agenten, hält die Kostenobergrenze und schreibt die Freigabeliste für die Marketingleiterin. Erreicht der Tag die Obergrenze, stoppt er und meldet.
Nutzen
Eine Person betreibt das agentische Marketingteam innerhalb von 15 Minuten täglich und erhält Freiraum für kreatives Arbeiten an Kampagnen und eurem Funnel. Der Geschäftsführer bekommt jeden Montag einen Bericht mit dem, was gewirkt hat.
Was am Ende gebaut ist
Im Build-Task von Modul 3 bringst du deinen Service-Agenten aus Modul 2 auf einen Server, mit allem, was dieses Marketing-System auch braucht: Container (Verpackung, die überall gleich läuft), Health-Check (Adresse, die meldet, ob der Agent lebt), Zugangsdaten ausserhalb des Codes, ein bestandener Abwehrtest gegen manipulierte Eingaben, eine Kostenobergrenze pro Tag, ein Trace pro Lauf und ein Betriebskonzept mit Zahlen. Unsere Plattform baut dein System in einer eigenen Umgebung nach und prüft es dort.
Autonomiestufe 3 plus Deploy
Claude Code führt nach deiner Freigabe aus. Die Inbetriebnahme auf dem Server (Deploy) löst nur ein Mensch aus, über ein Skript, nie der Agent.
Wo Erfinden und Abdriften begrenzt werden
- 01Eine einzige Freigabestelle: die Freigabeliste. Antwortet die Marketingleiterin nicht, geht nichts raus.
- 02Antworten von Interessenten sind Eingaben von aussen. Eine eingeschleuste Anweisung (Prompt Injection) kann den Kontakt-Agenten beeinflussen; der Versand ist darum im Code begrenzt: ein Empfänger, keine Anhänge, keine Adressen aus der Kontaktliste. Ein Test beweist, dass die Grenze hält.
- 03Rechte pro Agent, so wenig wie nötig: Der Mess-Agent hat keinen Weg nach draussen. Der externe IT-Betreuer kann den Server warten, aber weder Kontaktliste noch Zugangsdaten lesen.
- 04Kostenobergrenze pro Tag als Mechanismus, nicht als Vorsatz: Der Orchestrator liest die Kosten des Tages und stoppt, bevor die Grenze überschritten ist.
- 05Datenschutz (DSG) eingebaut: Die Kontaktliste führt zu jedem Eintrag Quelle, Zweck und Löschdatum. Jede E-Mail trägt den Hinweis, dass sie von einem KI-Assistenten vorbereitet und von einer Person geprüft wurde.
- 06Vor jedem Neuaufbau ein benannter Sicherungspunkt. Ein Neuaufbau, der schiefgeht, wird auf den letzten Stand zurückgesetzt.
Pilot Oktober 2026
Der erste Agent ist gratis.
Modul 1 mit dem Datenprüf-Agenten kostet nichts. Danach CHF 295 pro Modul. Im Pilot Oktober 2026 sind Modul 1 und Modul 2 gratis.